Projektberichte Uganda - Sponsorship Hebammen-Ausbildung Marion

 

Zwischen Maisfeldern und Gemüsebeeten, am Rande großer Zuckerrohrplantagen lebt die 18-jährige Marion Owor in ihrem kleinen Dorf, zwischen Iganga und Jinja gelegen. Sie ist das vierte von insgesamt 7 Kindern. Ihre Familie gehört zu den vielen Kleinbauern der Region. Ihr Vater arbeitet hart auf den Feldern seines von den Eltern ererbten kleinen Stückchen Land, um die Familie zu ernähren und die Schulgebühren zu erwirtschaften. Wie der einzige Sohn dürfen auch alle Mädchen die Schule besuchen. Aufgrund ihrer fleißigen Arbeit hatte auch Marion die Prüfungen für die Secondar-Schule bestanden. Dank einer privaten Partnerschaft konnte PUC die Schulgebühren für Marion sponsern. Marion durfte sich Zeit zum Lernen nehmen, die sie sonst für die vielen Arbeiten auf dem Feld hätte aufwenden müssen. So gelang es ihr, die Schule erfolgreich zu beenden und auch die Aufnahmeprüfungen für die Berufsschule zu meistern. Denn die Erwirtschaftung des Lebensunterhaltes wird immer schwieriger. 

 

Agenten der großen benachbarten Zuckerfabrik versprachen den Kleinbauern der Region rosige Gewinne, wenn sie ihre Felder statt mit dem bisherigen Getreide und Gemüse nun mit Zuckerrohr bestellen. Diese Versprechungen hielten nicht, die Preise für Zuckerrohr brachen ein, und die kontinuierlichen Einnahmen durch wechselnde Fruchtfolgen standen nicht mehr zur Verfügung. Nur noch einmal jährlich wird wird Zuckerrohr geerntet und verkauft - zu niedrigsten Preisen. So wird der Überlebenskampf immer schwerer.  
Marion möchte am liebsten Ärztin werden. Davon schwärmte sie schon, als wir sie im Alter von 12 Jahren kennenlernten. Und dafür arbeitet sie hart. Wenn sie nicht für die Schule arbeitet, kümmert sie sich um die kleinen Geschwister und hilft der Mutter im Haushalt.
Sie ist stolz und dankbar, jetzt ihre Ausbildung zur Krankenschwester und Hebamme beginnen zu dürfen. Ohne die Unterstützung durch PUC könnte die Familie diese Ausbildung nicht finanzieren.

 


Unsere privaten Patenschaften in Iganga sind erfolgreich

 

Annet Kakweri, deren Geschichte uns gut bekannt ist (s. Projektberichte aus den vergangenen Jahren) führt weiterhin tüchtig ihren alltäglichen Lebenskampf und damit ihre Familie durch die unbeständigen Zeiten. 
Sie selbst macht ihren Abschluss in der Ausbildung zur Tiergesundheitshelferin, nebenbei führt sie zuverlässig und sorgfältig als Kassenwartin die Geschäfte von TOKA Animal Care und bringt ihre eigenen Kinder sowie die Hinterbliebenen ihrer Schwester sowie die der Nachbarin durch die Schule. Auch das bescheidene Haus der großen Familie vervollständigt sie Schritt für Schritt.
Der jüngste Sohn Marvin hat immer wieder Probleme mit der chronischen Augenerkrankung und benötigt regelmäßig Medizin.
Allein könnte sie diese vielen Aufgaben nicht stemmen, mit der Unterstützung durch die von PUC vermittelte Patenschaft konnten und können alle 8 Kinder ihren Schulabschluss machen. Die Ältesten sind bereits in der Berufsausbildung! Und haben dadurch eine Chance auf ein besseres Leben!

 


Als wir Marion das erste Mal im Alter von 12 Jahren kennenlernten, war sie ein schüchternes Mädchen, das nur selten den elterlichen Hof verließ. Verschämt zupfte sie an ihrem Rock und versuchte immer wieder, ihn über ihre Knie zu ziehen.


Grund dafür: Zwei lange dicke rote Narben unterhalb beider Knie zeugten von der Operation an beiden Beinen. Die Ursache dafür waren verkrümmte Unterschenkel-Knochen. Laufen war nur unter Schmerzen möglich.


Viele Kinder Ugandas kommen mit dieser rachitischen Deformation der Knochen zur Welt. Ungenügende Mineralisierung aufgrund einer Unterversorgung durch eine  unausgewogene Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft.


Schon damals war es Marions größter Wunsch. Ärztin werden zu können, um Kindern wie ihr helfen zu können. Aber Wasser holen, die Ziegen oder die Kuh der Familie hüten, auf dem Feld oder im Garten bei der vielen Arbeit helfen, das war ihre „Freizeit“ in Perspektive.


Heute ist sie auf dem Weg zu ihrem Ziel! Danke der durch PUC vermittelten privaten Patenschaft, ihrem erfolgreichen Schulabschluss und der Freude über die begonnene Ausbildung zur Krankenschwester und Hebamme, ist Marion zu einer selbstbewussten und stolzen jungen Frau geworden!